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Nahe Zeitung vom Samstag, 25. November 2017 - mit VIDEO

Ein magischer Tresor, ein Eisberg und ein Edelstein im Käfig. Nachwuchswettbewerb Junge Talente beweisen wieder einmal viel Fantasie und Ideenreichtum – Gleich zwei Edelsteinschleifer unter den Siegern

Eine Spielwiese für Jungdesigner ist traditionell der Nachwuchswettbewerb innerhalb des Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises, der in seinem 29. Jahr das Thema „Hidden Secrets“ zur Aufgabe gemacht hatte.

Es siegte der junge Münchener Goldschmiede-Azubi Fabian Johannes Kaddick. Seine Idee: die Geschichte Idar-Obersteins in einem liebevoll und laut Jury handwerklich überzeugend gestalteten kleinen Edelsteinobjekt darstellen: Ein Tresor, in dessen Innerem sich ein Achatstollen und eine mit Blattgold und Bergkristall beladene Lore befindet. Zwei Leitern führen entlang der steilen Wände nach oben ans Ende des Stollens und ans Tageslicht. Jurymitglied Robert Bentley war begeistert von der magischen und geheimnisvollen Wirkung des Objekts.

Der erst 20-jährige Edelsteinschleifer Nico Baron aus Leisel, der schon 2015 den zweiten Preis beim Nachwuchswettbewerb gewonnen hatte, landete erneut auf Rang zwei. „Zwei perfekt geschliffene Edelsteine verschmelzen durch ihre architektonische Zusammenfügung, wodurch eine fabelhafte Lichtwirkung und ein schier grenzenloses Repertoire an Lichtreflektionen den Betrachter in seinen Bann ziehen“, urteilte die Jury, die vor allem von der minimalistischen Materialauswahl, mit der dennoch eine überwältigende optische Wirkung erzielt wird, sehr angetan war.

„The iceberg theory“ (Die Eisbergtheorie) nennt Silvia Bellia, Edelsteingraveurin aus Idar-Oberstein, ihre Arbeit, die auf Platz drei landete. „Eine perfekte und zugleich faszinierende Kombination der verwendeten Materialien“ überzeugte die Jury, die das gestellte Wettbewerbsthema in „inspirierender und überaus schlüssiger Weise“ umgesetzt sieht. Es geht um Sigmund Freuds Eisbergtheorie, die das Verhältnis zwischen Bewusstem und Unbewusstem mit dem Bild eines Eisbergs erklärt: Nur das Bewusste ragt als Spitze des Eisbergs sichtbar aus dem Wasser. Das Unbewusste nimmt unter der Wasseroberfläche den weitaus größten teil ein.

Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten vergab die Jury auch im „kleinen“ Wettbewerb drei Belobigungen: Bei Josephin Doepner aus Fröndenberg steht ein geheimnisvoller, in einem Käfig gefangener Edelstein im Mittelpunkt – ein Eyecatcher, der zum näheren Betrachten einlädt. Anna-Maria Söllner aus Bonn nennt ihr Edelsteinobjektin Form eines Vorhängeschlosses „Regenbogenfarbschloss“, eine ebenso raffinierte wie farbenfrohe Arbeit. Und Lea Übel schließlich, Edelsteinschleiferin aus Oberhosenbach, schuf ein Edelsteinherz aus rekonstruierter Koralle und Onyx.

Nahe Zeitung vom Samstag, 25. November 2017